Mittwoch, 30. Oktober 2019

„Die Feuerwehr hat meinen Hund erschossen“ - MIT WOLF VERWECHSELT - Inkompetente Feuerwehr erschoss Wolfshund


„Ich bin traurig, wütend, mir ist fast das Herz zersprungen. Er war mein liebster Freund und ein so treuer Begleiter.“ Rostock – Nadin Ruck (38) weint um ihren Wolfshund „Mister Blue“ (3). Ein gepflegtes, bildschönes Tier mit bernsteinfarbenen Augen. Die sogenannte „Gefahrenabwehr Tier“ der Feuerwehr hat „Mister Blue“ Samstagnacht erschossen – mitten in der Rostocker Fußgängerzone.

Die Begründung durch Stadtsprecher Ulrich Kunze: Das in die Enge getriebene Tier hätte „ständig geknurrt“ und niemanden an sich heran gelassen. „Vor allem aber sind die Beamten fest davon ausgegangen, dass es sich um einen Wolf handelt.“

Aber war der Todesschuss wirklich zwingend erforderlich? Wie konnte es überhaupt dazu kommen
„Es gab eine Verkettung unglücklicher Umstände,“ sagt Nadin Ruck. „Ich war im Stadthafen abends um 22 Uhr mit Freunden unterwegs. Plötzlich krachte irgendwo ein Polenböller. Das jagte dem Hund einen solchen Schrecken ein, dass er aus dem Halsband schlüpfte und wegrannte.“

Zwei Stunden lang suchte die Marktveranstalterin ihren Liebling – vergeblich. Am nächsten Morgen suchte sie die City weiter ab, rief im Tierheim an – nichts. Als sie sich dann später bei der Polizei meldete, bekam sie die Schocknachricht.
Für Nadin Ruck brach in diesem Moment eine Welt zusammen: „Mister Blue war mein ein und alles. Wir waren immer zusammen. In dieser Nacht ist auch ein Teil von mir gegangen.“ Ihr Hund sei nie aggressiv gewesen, versichert die Halterin. In dieser Nacht, in der bedrängten Situation, hätte er einfach nur Angst gehabt.

Warum setzte die Rostocker Feuerwehr keinen Hundefangstock oder ein Netz ein? Oder Betäubungs-Munition?

Nadine Ruck will den Einsatzkräften trotzdem keinen großen Vorwurf machen. Man habe einen Wolf vermutet und sei von einer Gefahrenlage ausgegangen. Zweifel bleiben dennoch: „Ich weiß nicht, ob man da gleich schießen musste?“
Warum setzte man kein Betäubungsmittel ein?

Stadtsprecher Kunze: „Das Tier hatte Deckung hinter Sträuchern und Büschen gesucht. Es war dunkel und die Einsatzstelle nur mit Taschenlampen dürftig ausgeleuchtet. Aus sicherer Entfernung, 35 bis 40 Meter, musste geschossen werden. Eine weitere Annäherung war nicht möglich. Das Betäubungsmittel konnte nicht eingesetzt werden. Dafür wäre eine Distanz von etwa 20 Metern nötig gewesen.“

Stümperhafter Einsatz


In den Sozialen Netzwerken trifft das Verhalten der Beamten – insbesondere bei Hundebesitzern – auf wenig Verständnis. Die Empörung ist groß.
Der Einsatz sei „stümperhaft“ gewesen und zeige „wenig Fachkompetenz“, so die Vorwürfe. „Warum sollte ein Wolf, eines der scheuesten Raubtiere überhaupt, ausgerechnet in die City von Rostock laufen?“, fragt ein User. Da sei in Deutschland in den letzten 100 Jahren nicht vorgekommen.

Das sieht Dr. Edmund Haferbeck (62), Leiter der Rechts- und Wissenschaftsabteilung bei der Tierrechtsorganisation PETA, ähnlich: „Jeder Laie weiß doch, dass Wölfe die Menschen und menschliche Behausungen um jeden Preis meiden. Die Wolfs-Aussage ist daher eine reine Schutzbehauptung. Die Tötung war eine völlige Überreaktion. Es gibt in jeder Stadt Hundeflüsterer, die mit solchen Tieren umgehen können. So einen Experten hätte man rufen müssen. Und natürlich muss ein Betäubungsschuss immer Vorrang haben!“

Keine Kommentare: